Echt jetzt? Alles kein Problem?

Eine sympathische Bäuerin wirbt mit Sohn auf einem Plakat: «Die Hälfte der Pflanzenschutzmittel, die wir Bauern einsetzen, sind heute schon biologisch.» Die Botschaft dahinter, die gegen die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative gerichtet ist: «Pestizide sind doch kein Problem». Leider verkauft die sympathische Bäuerin die Konsument*innen für dumm.

Die Hummeln verhungern!

Wenn Hummellarven mit Neonikotinoiden kontaminierten Pollen fressen, sind sie lebenslang geschädigt und gefährden das Überleben der Art. Von diesen gefährlichen Pestizidwirkstoffen sind in der Schweiz vier erlaubt und ein weiteres ist in der Zulassungspipeline. Sie sollten wegen ihrer schwerwiegenden Schädigung von Bestäubern ganz verboten werden.

Gefährliche Verharmlosung durch Beamte

Gefährlich: Beamte, die die gegenwärtigen Auseinandersetzungen um die Überschreitung der Chlorothalonil-Grenzwerte im Trinkwasser als einen «Furz im Wasserglas» bezeichnen. Zur Erinnerung: Chlorothalonil gilt als wahrscheinlich krebserregend und wurde in der Schweiz verboten.

Syngenta handelt – unverantwortlich

Die Schweizer Behörden haben am 11. Dezember 2019 die Zulassung für Produkte mit dem fungiziden Wirkstoff Chlorothalonil widerrufen. Allerdings läuft die Beschwerdefrist erst Ende Januar ab. Fristgerecht hat nun Syngenta Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Das zeugt von völliger Uneinsichtigkeit des Chemieriesen.

Endlich: Pestizid-Verbotswelle!

Seit anfangs Jahr dürfte kein Landwirt mehr in der Schweiz das vermutlich krebserregende Fungizid Chlorothalonil verwenden. In Europa wurde zudem die Zulassung des Bayer-Insektizids Thiacloprid nicht erneuert und diejenige der Insektizide Chlorpyrifos und Chlorpyrifos-Methyl für den europäischen Markt beendet. Die Schweiz hinkt bei Letzteren hinterher.

EU verbietet das Neonicotinoid «Thiacloprid» – und die Schweiz?

Das Insektizid Thiacloprid gehört verboten, weil es Natur, Tier und Mensch vergiftet. Die EU wird es im nächsten April aus dem Verkehr ziehen. Die Schweiz hingegen schläft. Dabei kommt dem Bundesamt für Landwirtschaft ein grober Rechtsfehler zu Hilfe, denn die Bewilligungen für Pestizidwirkstoffe wie auch für die Handelsprodukte mit Namen wie Calypso oder Biscaya sind quasi auf ewig gegeben.

Schleichende Plastikvergiftung

Mikroplastik ist leider allgegenwärtig. Mittlerweile findet sich Plastik in Böden, Süssgewässern, allen Tiefen des Meeres und allen möglichen Lebewesen.

Niemand ist verantwortlich

Innert Tagen sterben 600’000 Bienen: Schuld ist ein verbotenes Insektengift. Der neueste Pestizidskandal ist perfekt. Der Fall Fipronil bringt die fragwürdige Bewilligungs- und Kontrollpraxis des Bundes ans Licht.