Pestizide – schuld an der Cyanobakterien-Pest?

Blaualgen – auch Cyanobakterien genannt, können sich massenhaft vermehren und sogenannte «Algenblüten» bilden. Pestizideintrag könnte eine Ursache für solche Blüten sein. Bei einer solchen im Neuenburgersee sind sechs Hunde nach dem Bad gestorben.

Frauenfeindliche Gifte

Umweltgifte, die in geringsten Mengen die Hormonproduktion unterbrechen: Zum Beispiel Mancozeb, ein vielgebrauchter landwirtschaftlicher Wirkstoff, der unser Hormonsystem empfindlich stört und die weiblichen Eizellen schädigt.

Nachruf Wirkstoff Chlorpyriphos

Geboren in den 1960-Jahren von Dow Chemical in den USA und aus dem Verkehr gezogen in der Schweiz am 30. Juni 2020. Abermilliarden von Insekten hast Du unbarmherzig ums Leben gebracht, im Namen einer sogenannten «produzierenden Landwirtschaft».

Coop Bau+Hobby – aussen grün, innen giftig

Coop Bau+Hobby lässt sich vom Insektensterben nicht beeindrucken und bietet aktuell Ameisengift zum Verkauf an – zu Fr. 13.95 die handliche Spritzflasche. Die Ameisen werden mit dem künstlichen Pyrethroid Lambda-Cihalothrin vergiftet.

Neonics rotten Bestäuberinsekten aus

Innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinschaft herrscht weit verbreitete Einigkeit darüber, dass Pestizide verheerende Auswirkungen auf Bestäuber wie Bienen, Hummeln, Fliegen, Wespen, Schmetterlinge, Motten, Käfer, Rüsselkäfer, Ameisen und Mücken haben.

Beruhigung berechtigt?

Das Totalherbizid Glyphosat ist das am häufigsten verwendete Pestizid, sowohl in der Schweiz- wie auch weltweit. Aktuell sind bei uns rund 70 Glyphosat-Produkte zugelassen. Um ein mögliches Gesundheitsrisiko abzuklären, beauftragte der Bundesrat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), einen Bericht über die Auswirkungen von Glyphosat zu erstellen. Die Ergebnisse sind nur vorderhand beruhigend.

Neonics kommen durch die Hintertüre

Das Bundesamt für Landwirtschaft lässt das hochgefährliche Neonicotinoid Acetamiprid zeitlich begrenzt für den Obstbau zu. Das ist ein Insektizid, dessen grosses Schadpotenzial bekannt ist.

Oh Gott der Stinkkäfer!

Gegen die Marmorierte Baumwanze ist bisher kein Kraut gewachsen. Um sie in Schach zu halten, hat das Bundesamt für Landwirtschaft in einer Notzulassung drei Insektizide zugelassen. Darunter das sehr giftige Neonicotinoid Acetamipirid, das nebst Insekten, Vögeln und Säugetieren auch uns Menschen gefährdet.

Echt jetzt? Alles kein Problem?

Eine sympathische Bäuerin wirbt mit Sohn auf einem Plakat: «Die Hälfte der Pflanzenschutzmittel, die wir Bauern einsetzen, sind heute schon biologisch.» Die Botschaft dahinter, die gegen die Trinkwasser- und die Pestizid-Initiative gerichtet ist: «Pestizide sind doch kein Problem». Leider verkauft die sympathische Bäuerin die Konsument*innen für dumm.

Die Hummeln verhungern!

Wenn Hummellarven mit Neonikotinoiden kontaminierten Pollen fressen, sind sie lebenslang geschädigt und gefährden das Überleben der Art. Von diesen gefährlichen Pestizidwirkstoffen sind in der Schweiz vier erlaubt und ein weiteres ist in der Zulassungspipeline. Sie sollten wegen ihrer schwerwiegenden Schädigung von Bestäubern ganz verboten werden.