Insektensterben aus der Migros

Die Florissimo-Blumenläden von Migros sind schön. Das Personal nett. Aber im Gestell verkaufen sie uns leider das Insektizid «Kendo» mit dem Wirkstoff Lambda-Cihalothrin. Er be-kämpft Raupen und Schädlinge an Zierpflanzen, sowie an Gemüse und Beeren im Privatgarten - unverantwortlich findet der Verein ohneGift.
September 17, 2021
Fausta Borsani

«Wirkt rasch» steht auf der Packung. Auf der Flasche, im Kleingedruckten, liest der Verein ohneGift noch folgende Warnung: «Freisetzung in die Umwelt vermeiden». Wie bitte soll eine Freisetzung in die Umwelt vermieden werden, wenn das Gift im Gemüse-, Zier- und Beerengarten ausgebracht werden soll? Ist das nicht eine Art ökologische Konsumententäuschung?

Im Juli 2020 hat ohneGift Coop Bau + Hobby kritisiert, weil der Laden Ameisengift mit Lambda-Cihalothrin verkauft. Zudem haben wir gemahnt, dass die Anwendungsbeschränkung auf Balkone und Terrassen nichts taugt, weil das Pestizid mit dem Regenwasser in die Umwelt getragen wird.

Hier aber ist die Ausbringung in die Umwelt durch private Hobby-GärtnerInnen und Haushalte von vorne herein gedacht und vom Bundesamt für Landwirtschaft zugelassen. Lambda-Cihalothrin ist insbesondere für Fische, Krebse und Wasserinsekten ein Ultragift.

Zu denken sollte gesundheitsbewussten KonsumentInnen auch geben, dass Lambda-Cyhalothrin das Hormonsystem von Säugetieren stört und damit Fortpflanzung, Wachstum, Entwicklung, Verhalten usw. beeinträchtigt. An Menschen hat man das zwar nie getestet. Es ist aber gut vorstellbar, dass Lamdba Cihalothrin auch bei Menschen die Fortpflanzung schädigt. Auf Gemüse und Beeren wünscht Frau und Mann sich dieses Pestizid jedenfalls nicht. Zierpflanzen isst man zwar normalerweise nicht, aber wir fragen uns, was ein derartig starkes Umweltgift auf Pflanzen  in der Wohnung zu suchen hat. Was hat es sich das Bundesamt für Landwirtschaft dabei nur gedacht?

Ein Zuckerkorn wiegt 0.1 Milligramm. Mit einer solchen Menge Lambda-Cyhalothrin kann eine Bachstrecke von 100 Meter Länge vergiftet werden. Die Menge eines Zuckerwürfels reicht sogar für 5‘000 Kilometer. Dies ist mehr als alle Bäche im Kanton Zürich zusammen. Siehe dazu auch den ohneGift Beitrag: Coop Bau+Hobby – aussen grün, innen giftig.