Fausta Borsani
Lambda-Cyhalothrin ist eines der stärksten Pestizide, die LandwirtInnen, aber leider auch Privatpersonen anwenden dürfen. Es wirkt breit gegen Insekten, Spinnen, Fische und Krebse. Immer wieder treten durch diesen Stoff akute Gewässervergiftungen auf. So etwa im Herbst 2018 als ein Bauer in Rudolfingen (ZH) sein Spritzfass leerte und Reste in einen Bach gelangten. Dabei starben auf vielen Kilometern Bachstrecke tausende Edelkrebse und unbemerkt von der Presse auch alles weitere tierische Leben.
100 Meter Bach mit einem Korn vergiftet
Ein Zuckerkorn wiegt 0.1 Milligramm. Mit einer solchen Menge Lambda-Cyhalothrin kann eine Bachstrecke von 100 Meter Länge vergiftet werden. Die Menge eines Zuckerwürfels reicht sogar für 5‘000 Kilometer. Dies ist mehr als alle Bäche im Kanton Zürich zusammen.
Obwohl auf der Spritzflasche steht, das Pestizid solle auf Balkon und Terrasse angewendet werden, wird es von dort beim nächsten Regen in den Garten, Hausplatz oder in Gewässer gespült. Und da kein Verbot ersichtlich ist, wird es munter auch auf Rasen und im Gemüsegarten gespritzt. Wirken tut es dort todsicher und nicht nur gegen Ameisen: Rund 460 Arten von Wildbienen – also die grosse Mehrheit – bauen ihre Nester im Boden. Sickert das Ameisengift darin ein, verenden sie und ihre Nachkommen. Viele Wildbienen stehen aber heute vor dem Aussterben.
Von Ameisen und Eierstöcken
Schon länger ist bekannt, dass Lambda-Cyhalothrin das Hormonsystem von Säugetieren stört und damit Fortpflanzung, Wachstum, Entwicklung, Verhalten usw. beeinträchtigt.
Eine Studie von 2018 hat zudem festgestellt, dass die Substanz im Rattenversuch (an Menschen wird das nicht getestet) die Sexualfunktion und die Fruchtbarkeit von weiblichen Tieren beeinträchtigt[1]. Nebst anderem wurden negative Veränderungen in den Eierstöcken festgestellt. Das Ameisengift darf aber gemäss Gebrauchsanweisung «im und ums Haus» angewendet werden, also auch in der Wohnung. Frauen wollt ihr euch das wirklich antun?
Gern echte Taten statt Worte!
«Taten statt Worte» – mit diesem Slogan schmückt sich Coop. Wie wäre es, Ameisengifte aus dem Verkehr zu ziehen und gegen unerwünschte Ameisen giftfreie Methoden zu propagieren? Davon gibt es viele[2]. Wer Lust hat, dies Coop mitzuteilen, kann hier schreiben.
[1] Rini Ghosh et al, Antigonadal and Endocrine-Disrupting Activities of Lambda Cyhalothrin in Female Rats and Its Attenuation by Taurine, in: Toxicol Ind Health, 2018 Mar;34(3):146-157. (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29506456/).
[2] Siehe etwa: https://www.smarticular.net/ameisen-vertreiben-ohne-gift-natuerliche-hausmittel-fuer-die-wohnung/ (abgerufen 8.6.2020)

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